Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458673
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mattgraulichen Tönen, ähnlich einer blafs kolorierten Photo- 
graphie, deren graue Töne allenthalben clurchwirken. 
Februar 
Im Museum. Hirschjagd. Das Terrain des Centrums 
ist warmbraun. Wie das Blau durch Gelb gesteigert ist, 
so wird das Rot der Figuren durch das matte Grün der 
umgebenden Büsche, oder vielmehr umgekehrt, das ge- 
brochene Grün der Pflanzen durch das Rot daneben farbig 
gemacht. 
Man muss sich eine Sache scharf vorstellen und dann 
Hott hinmalen. Bei all ihrer vollendeten Ausführung sind 
Böcklins Bilder doch nie peinlich und ängstlich bis ins 
Kleinste durchgeführt, sondern alles ist nur auf den 
malerischen Eindruck hin gemalt und sieht nur aus, als 
wäre es so Weit ausgeführt. Kein anderer Maler hat wie 
Böcklin sich seine Bilder in der grofsen Massenerscheinung 
vorgestellt und verstanden, die Massen zu so plastischer, 
brillanter und dabei doch so ruhiger Wirkung herauszu- 
modellieren. Wie schwungvoll und schön ist der Zug in 
der Hauptbaumgruppe, der sich in das Ziehen der Wolken 
hinein fortpllanzt. Die plastische Wirkung dieser Gruppe 
hat Böcklin durch Farbe und Form zu verstärken gewufst. 
An der Baumgruppe ist vorn langblätteriges Schilf (canna), 
dann folgt eine Schlingpflanze mit gröfseren, herzförmigen 
Blättern, dann Eichenpartien mit graurötlichen Blüten einer 
anderen Schlingpllanze an den Enden, endlich die warm 
bräunlich graugrüne Eichenkrone. So hilft die Anordnung 
der Blüten die Modellation verstärken: Vorn Weifse Winde,
        

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