Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458629
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sondern müsse wärmer und gelber erscheinen, hatte Böcklin 
veranlafst, die Luft so zu übermalen, Wodurch jedoch die 
Figuren unten grau erschienen, da. ihnen das Gelb ent- 
zogen wurde, und Wodurch die Kindergestalten sich kaum 
mehr von der Luft abhoben und fast gar nicht gesehen 
wurden.  Böcklin sagte, er hätte damals noch nichts 
Von ihrer Malerei gesehen, sonst hätte er ihren Rat nicht 
befolgt. Erst als er die Porträts bei Weber gesehen, 
erkannte er, dafs sie wenig Sinn für Malen und für Farbe 
haben, so dafs sie sich nicht genieren, ein Porträt in der 
Carnation mit Gelb und Rot zu malen und dann ein 
Schneidig kaltweifes Atlaskleid daneben zu stellen. Ein 
Bild von Böcklin, das sich in Paris befindet („Centaur", 
bei Obermeyer?) lobten sie wegen des Goldtons. Es sei 
aber durch Zeit und Oele gelb geworden. Böcklin hiezu: 
Er habe es mit selbstgekochtem Trockenöl (mit Schellack 
und nach alten Rezepten), das besser trocknete als Siccatif 
de Courtray gemalt und zwar ganz nach Vorschrift, wie 
die Venezianer gemalt haben sollen, und habe es jedes- 
mäll vorm Malen wieder mit jenem Oel eingerieben. Daher 
Sei es so sehr vergilbt. Aus gleichem Grunde, eben 
Wegen der schlechten Oele, seien auch alle venezianischen 
Bilder so vergilbt, das gilt aber den Porträtmalern als 
Vorbild und Richtschnur, und sie meinen, durch so ver- 
gilbte Umgebung werde die Wirkung des Fleisches ge- 
hoben. Sie halten das Vergilbte für beabsichtigt.
        

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