Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458601
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In diesem Sinne hat Böcklin sein Quellbild an- 
gelegt: Tausende von kleinen liebenswürdigen Motiven. 
Eckig ausgebrochener Fels, auf mannigfache Weise belebt. 
Felsrisse. Hier sprühend wachsendes, feines Gras, da 
eine Fülle von Blumen, blau, gelb und weifs, zuweilen zu 
Hauf, zuweilen einzeln (z. B. wenige, aber "präzis gezeich- 
nete Gänseblümchen), in den Felsritzen eine Fülle von 
runden Blättern, von der Feuchtigkeit auf dunkelviolettem 
Moose erzeugt. Auf der kalt dunkelgrauen Felsiläche 
Moose und Flechten, bald hell, bald dunkel, bald weifs, 
farbiggrün oder dunkelviolett. An den Stellen, die durch 
das Wasser angenäfst werden, sind schlammige, lang- 
hängende grüne Flechten, kleine runde Blättchen, durch 
das Wasser erzeugt, üppig grünes Moos und Gras. Nahe 
Gegenstände, z. B. Felsen, sind wie mit einem farbig 
grünen Schimmel überzogen. Unten an überhängenden 
Seiten der Felsbildungen zuweilen Capello di Venere. 
Im Felsen unbestimmte Risse und Flächen hin und her 
(unsicher, damit sie noch einer Entwicklung fähig sind), 
bald fahlgrau, bald, und besonders an den Unterseiten 
des Gesteins, farbigem, warm gelbliehbraunem Lokal- 
m11 Moos wie Sammet, schmale hellgelbgrüne Licht- 
kanten am Rande, vorn tief farbig braungrüner Lokalton. 
Sehr lebendig und in Heckigem Farbenauftrag sind auch 
Luft und Wolken angelegt und auch Fleisch, Haar und 
Gewand nach Möglichkeit locker begonnen. 
Bei der Anadyo mene besonders hat Böcklin in Luft 
und Meer auf lockern Vortrag gesehen. So einfache ruhige 
Fläßhen könnten sonst leicht tot und unlebendig aussehe-n. 
SCHICK, aÖcKuN TAGEBUCH 13
        

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