Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458590
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kleinen Schatten und Reflexen, die den Zusammenhang 
der Lokalfarbe zerstören und überhaupt keine einheitliche 
Farbenwirkung aufkommen lassen. Dies haben die 
Düsseldorfer aufgebracht, und von dort ist es auch 
nach Berlin gekommen. Es kann eine Figur oder ein 
Busch ganz gut ohne Schlagschatten vorkommen. Brauche 
ich Dunkelheit unterm Busch, um ihm Relief zu geben, 
so hätte ich ja die grofse Willkür, dem Felsen, auf dem 
er Wächst, eine dunkle Lokalfarbe oder dunkles Moos zu 
geben und damit dasselbe Relief wie mit Schlagschatten 
zu erreichen. 
Anadyomene. Die kleinen Flügel des rechten 
Putto hatte Böcklin zu stark gelb (Cadmium und daneben 
Weifs) gemalt. Er sagte, diese Farbe stehe nicht ganz 
richtig in der Skalades Gemäldes und läge weit vorm 
Fleisch und vorm Bilde; er müsse sie daher herabstimmen, 
damit sie ihren Ort bekomme. 
januar 
Seit 3 Tagen habe ich Daphnis und Chloä an- 
gelegt. Ich.solle mich vor allem hüten, dal's die Anlage 
nicht langweilig werde. Wie ich sie bis jetzt begonnen 
hätte, wäre ihm zu wenig darin:  sie wäre zu einfach 
und nicht reich genug an kleinen Ideen. Ich sagte, dal's 
ich die Gesamtwirkung zu verlieren fürchte. Böcklin 
aber meinte, davor solle ich nicht besorgt sein, denn 
man könne eine Sache ja Hell in Hell, Schatten in Schatten 
und Halbton in Halbton lebendig machen.
        

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