Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458577
270 
Die beim Malen gebrauchten Oele: Mohnöl, Nufs- 
öl etc. sind nicht flüchtige Oele, sondern nur trocknende. Der 
Oelkörper bleibt zurück und bildet den Bindestoff der 
Farben; was verdunstet, ist nur gebundenes Wasser. 
Flüchtige Oele Wie Lavendelöl, gereinigter Terpentin etc. 
verdunsten mit all ihren Bestandteilen und lassen, zur Farbe 
gemischt, den trockenen Farbstoff zurük. Oel besteht 
aus Stearinsäure, Glycerin etc. Glycerin enthält ge- 
bundenes Wasser. Ebenso auch manche Farben, wie alle 
Thonerden: Grüne Erde etc. Brennt man letztere, so 
trocknet sie schon bedeutend schneller, obgleich man 
doch meinen sollte, das gleiche Quantum Oel müsse bei 
allen Mischungen gleich schnell verdunsten. Zinkweifs 
trocknet sehr langsam, oft erst in 2-3 Wochen. 
Dr. Brenners Porträt: Als ich den Rahmen 
darum brachte, erschien das Bild trübe. Böcklin sagte, 
die Töne seien nicht genug auseinandergehalten. So lange 
noch der Hintergrund soviel Braunrot enthalte, würde das 
Rot im Fleisch nie recht zur Geltung kommen. Er ver- 
anlafste mich, den unteren Teil des Grundes mit grüner 
Erde und Weifs heller zu machen und auch den oberen 
mit grüner Erde zu übergehen, was von gutem Erfolge 
für die Totalwirkung War. Wohl könnte man einen Kopf 
auf jedem beliebigen Grund so stimmen, dafs er wahr und 
harmonisch wirke, und so auchrauf diesem Braunrot; aber 
da müsse dann auch der Kopf viel tiefer und dabei farbiger 
rot sein. Man darf die Trennung der Gegensätze fast 
karikieren. Sie werden durch den Goldrahmen doch in 
einen Ton zusammengeworfen, und das ist am Ende auch
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.