Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458523
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Zum blauen Himmel, meinte er, Würde er nie wieder 
Gelb nehmen; denn die grüne Erde enthielte gerade s0-- 
viel Gelb als nötig und gebe dazu der Farbe eine 
luftige, unfafsliche und unbestimmbare Erscheinung. 
Ianuar 
Als gestern ]ak0b Burckhardt Böcklin besuchte, 
Wollte er ihn veranlassen, verschiedenes an der Ana- 
dyomene zu ändern und gab ihm dazu allerlei Rat- 
schläge. Böcklin äufserte, wie Burckhardt immer meine, 
CS gebräche ihm an Ideen, und dafs Burckhardt gar 
nicht begreifen könne, wie das Malen ein fortwähren- 
des Begrenzen und Abscheiden überschüssiger Ideen 
sei: ein fortwährendes Selbstkritisieren. 
Das linke Bein des Engels rechts wollte  V  
er in der nebenpunktierten geknickten "wir frg. 
Lage haben. Böcklin meinte, das merke  
Burckhardt nicht, dafs auf dieser Seite  
keine Wiederholung des geknickten Armes  
der Venus kommen dürfe. Er habe ein x 
Zusammengehen des Beines mit der Arm- T;_ z i 
linie der Venus bezweckt (a mit b) und  
auf der anderen Seite neben dem ge- 
wendeten Kopf gerade eine entgegengesetzte Bewegung. 
Dann wünschte Burckhardt jederseits noch einen Delphin. 
Bößlflin nannte es unsinnig; denn dadurch würde gerade 
das umgekehrt-pyramidale Aufwachsen der KOmPOSiIiOII 
zerstört.
        

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