Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458492
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Bild kommt, und die Malerei aufser dem Farbstoff schliefs- 
lich nur Bernstein enthält. Diese Malerei bietet aber gar 
keine Vorteile. Die Farben sind meist lichtlos und trübe, 
und aufserdem sind ihm (Böcklin) diese Farben ver- 
schiedene Male beim Trocknen gerissen. (Petrarcas 
Gewand.) 
Dann sprach er auch über Leimmalerei. Sie sei 
für Dekoration sehr geeignet, aber ausführen liefse sich 
darin nicht. Man hat viel mit dem Material zu kämpfen, 
besonders mit der Schwierigkeit des reinen Auftrags 
gröfserer, gleichmäßiger Flächen. Man könne ferner nicht 
gut die Töne nachmischen. Es sei ihm manchmal passiert, 
Wenn er nass mit Licht in Licht gemalt habe und glaubte, 
es müsse ganz hell werden, so wurde das Licht dunkler 
als das Halblicht. Es sei fast so, als wenn er aus dem 
trocknen Fresko ein Stück herausschlage und es auf neu 
(und nafs) eingesetzten Kalk wieder zu malen versuche. 
Es gelinge nie, die harmonische Verbindung mit dem 
andern zu erreichen 
14. ]anuar 69. 
Böeklin malte heute an seiner Anadyomcne und 
machte vor allem ihr Haar dunkler und röter (engl. Rot). 
Er meinte dazu, es bewähre sich auch hier wieder, dafs 
man keine lichte Erscheinung erreiche, wenn man nicht 
eine sprechende Dunkelheit einführe. Diese kräftige Farbe 
erheischt dann auch mehr Relief im Fleisch. Der Schatten 
unter dem Gesicht wurde zu matt und grau durch das 
brillante Rot (-Gelb) des Haares, so dafs Böcklin mit
        

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