Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458471
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Vor etwa 6 Jahren Wurde in Deutschland ein angeb- 
lich enkaustisch gemaltes antikes Bild (auf Schiefer- 
platte) gezeigt, das in Cortona ausgegraben worden. Es 
stellte Cleopatra vor und machte viel Aufsehen. Es ist 
damals auch viel darüber geschrieben worden, aber von 
Nichtkünstlern (Wie Wiegmann u. a). Das Schöne, Frische 
und Rätselhafte der Erscheinung-wurde gerühmt. Man 
konnte sich die zarte Behandlungsweise der Farben nicht 
erklären. Böcklin sah es nicht. 
Gestern am 31. Dezember, mit Jahresschlufs, hat 
Böcklin das erste Museumsfresko vollendet. Die 
Feuchtigkeit des Bildes senkte sich Während des Malens 
am untern Stück herunter, so dafs es in hellen Wasser- 
tropfen an vielen Orten auszuschwitzen schien. Obwohl 
das Heruntersenken der Feuchtigkeit nicht zu bestreiten 
war, so meinte Böcklin ein anderes Mal doch, es sei 
nur ein Niederschlag von aufsen auf der gebildeten Kalk- 
haut; denn sowie er über eine solche Stelle mit dem 
Spachtel reibe, schlucke sie alles XVasser in sich ein. 
Der erste Triton mit der Muschel: bräunlichrot, von 
der Sonne verbrannt. Der zweite bleichgrünlich mit frosch- 
artig weifsem, weichlichem Bauch. Unter dem Bauch auch 
noch eine breite Fettfalte, die zu den Pferdebeinen über- 
leitet. Der dritte Triton ähnlich dem ersten: sonnver- 
brannt, kräftig, bräunlich rot. Pferdeleib: schwarzgrau. 
Die Muschel austerartig schichtig oder vielmehr stufig. 
Den Schlagschatten in der Tritonengruppe hat Böcklin 
ein ganz tiefes, kräftiges Braun gegeben, um die Gestalten
        

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