Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458417
254 
gemacht, dafs er es mit Kalkwasser (dem Wasser, das 
lange Zeit über dem Kalk gestanden) anmachte. 
Wollte er auf alte Stellen im Fresko reine Farben 
lalsierend anwenden, so bestrich er zur gröfsern Sicher- 
heit erst die betreffende Stelle ganz dünn mit dem Mar- 
mormörtel mittelst des Spatels und malte dann darauf. 
Dezember 
Seit 
Dezember 
ist 
der 
obere 
Teil 
des 
Fresko 
fast ganz aufgetrocknet. Gelber Ultramarin ist kein Ultra- 
marin, sondern chromsaurer Baryt und darum für keine 
Technik zu empfehlen. 
Böcklin 
hat 
das 
Fresko 
doch 
noch 
nicht 
vollenden 
können. Er rechnet noch etwa drei Tage. Es sei schwer, 
die untere Gruppe in Relief zu bringen, und je weiter er 
fortfährt, desto mehr merkt er, wie viel noch am Relief 
der ganzen Gruppe mangelt, und mufs überall nachhelfen. 
Porträt. Ich sagte ihm, Prof. Fr. Burckhardts 
Kinn fände man zu klein. Ich hatte das Fett unterm 
Kinn in Schatten gehalten, und dadurch sah es fast aus, 
als fehle es ganz, und als ginge das Unterkinn glatt 
an den Hals. Böcklin entgegnete:  man darf sich 
nicht sklavisch an die augenblickliche Erscheinung halten, 
sondern mufs immer übersetzen und auf das Wesentliche 
und Charakteristische sehen." Er habe einmal eine Dame, 
deren Gesicht er im Bilde voll beleuchtete, gemalt so 
hingesetzt, dafs das Licht in Wirklichkeit von der Seite
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.