Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458321
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grofse Maler wurde geringschätzend abgesprochen, anstatt 
einmal zu versuchen, in ihre Ideen und Absichten ein- 
zudringen, ihre Errungenschaften sich selbst anzueignen 
oder ihre Tendenzen selbst einmal durchzuprobieren: d. h, 
etwas auf die Wirkung von Licht und Dunkel zu malen, 
oder Farbe gegen Farbe zu stellen. 
Dreber kam als einer der allerbegabtesten Menschen 
nach Rom und hat sich nur durch sein hochmütiges Hinweg- 
setzen über alles andere geschadet. Das Dekorative sei 
gar nicht die Nebensache in der Kunst, als die es ge- 
wöhnlich angesehen werde, sondern eine der ersten Haupt- 
sachen. Noch vor wenigen Jahren hätte Dreber ganz 
wundervolle Zeichnungen gemacht, die mit sehr feinem 
künstlerischem Verständnis durchdacht (und teilweise vor 
der Natur komponiert) waren. Es steckte aber auch da 
die Eitelkeit dahinter, sie sehen zu lassen; er hatte sie 
nicht für sich selbst gezeichnet. 
Fresko: Böcklin hat die Erdkugel als farbiges Blau 
(mit Ultramarin, etwas Weifs und etwas grüner Erde) 
gemalt, so dafs der Himmel jetzt nur noch als mildes, 
gebrochenes Grau erscheint. Der Grund schluckt noch, 
obwohl stellenweise scheinbar schon ganz trocken. Damit 
Eisenoxyd in Zukunft sicherer fixiert wird, will er Leim 
dazu nehmen; es verbreitet sich dann besser, wenn auch 
der Leim im Kalk gleich zerstört Wird. 
Die pompejanischen Tänzerinnen, meint Böcklin, 
seien vielleicht ganz a1 fresco, denn das Weil's ist Kalk; wäre
        

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