Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458313
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Späterer Zusatz vom 11. Dezember: 
Die Ursache des langen Weichbleibens war in den 
vorletzten Lagen, die vor späterem Auftrag schon eine 
gewisse Festigkeit haben mufsten, die aber noch weich 
waren. Ein anderes Stück, das heute mehr nach Vor- 
schrift aufgetragen wurde, gelang besser. Böcklin liefs 
es diesmal auch nicht schlagen, sondern einfach fest- 
drücken und fest verstreichen. (Es streicht sich der 
Marmorkalk anfangs wie Butter auf, verdichtet sich aber 
schon während des Aufstreichens. Auch die vorletzten 
Lagen Waren diesmal nicht geschlagen worden; Böcklin 
meinte, sie würden schon allein vom festen Auftrag und 
vom festen Verreiben hart.)  
Dezember 
An der Schulter hatte Böcklin etwas korrigieren wollen. 
Das gereute ihn aber nachher, weil durch solche Aende- 
rungen das Auftrocknen unberechenbar würde. Er äusserte: 
"Austlicken ist immer schlimm". Man sollte alles in 
einem Flufs malen und mit einer Ueberzeugung, dal's man 
schwören könnte, es würde gerade so, wie man es sich 
gedacht und wie man es beabsichtigt habe. 
Böcklin sprach über verschiedene deutsche Künstler. 
Sie hätten es sich allezeit bequem gemacht, Abend für 
Abend in der Osteria gesessen und sich nie etwas ab- 
gehen lassen, anstatt zu Haus ihren Geist durch Lesen 
empfänglicher und schöpferischer zu bilden. Nie hätten 
sie versucht, einmal bei asketischer Entsagung einem 
höheren Zweck nachzugehen. Ueber Rafael und andere
        

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