Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458296
2.42 
Den erwähnten Studienkopfeines Italieners (beim 
Ratsherrn Imhof) bezeichnete Böcklin als in reiner En- 
kaustik gemalt, d. h. mit Harzfarbe. Als das Bild fertig 
War, überzog er es mit Wachs in Terpentin. In der kurzen 
Zeit hat Terpentin nicht Zeit zum Auflösen der Harz- 
farben. Nachdem es fast verdunstet war, erwärmte er das 
Bild vorsichtig überm Feuer, damit das Terpentin sich 
nicht entzünde; dannischmilzt auch das Harz und vereinigt 
sich mit dem Wachs in einer härteren Substanz. Wo das 
Bild dann an einigen Stellen stumpf wurde, überzog und 
erwärmte er es ein zweites Mal. Damit die Haare recht 
dunkel und glänzend wurden, that er vorm Malen schon 
in die Farbe ein bifschen mehr Wachs. Als das Bild 
schliefslich sich wieder abgekühlt hatte, nahm er trockene 
reine Lappen und rieb es damit, bis die Oberfläche 
glänzte. Das Bild ist in breiter Wirkung angelegt und 
wird lichter und klarer als die neben ihm hängenden 
Oelbilder, obwohl es mit gemäßigten Farben gemalt ist. 
Dezember 
Ich fragte Böcklin, ob das Museumsfresko das 
erste gröfsere Bild sei, welches er alla prima von oben 
nach unten fertig male. Er sagte, er hätte es fast immer! 
so gemacht, und wenn er einmal etwas Grau in Grau habe 
entstehen lassen, so sei das nur ausnahmsweise und des 
Versuches halber gewesen. (Beim Petrarca z. B.) Sonst 
habe er sich das Bild immer nach allen Seiten hin vor- 
zustellen 
gesucht. 
und 
dann 
gleich 
möglichst 
fertig 
hinzumalen
        

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