Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458284
241 
weiter hinten ansitzend, so dafs sie sich gegen den Arm 
etwas drücke. Dieses Stauen von Fett gebe den Formen 
oft eine grofse Schönheit. Dann gab er eine leise Form- 
begrenzung von der Brust nach dem Leib "herunter an, 
die er bei jener schönen Dame neulich beobachtet, und 
die bei geringer Bewegung schon sich zeigt. Die Schultern 
liefs er weniger steil ansteigen. Das Licht, damit möglichst 
wenig Schatten entstünden, liefs er ganz von vorn kommen. 
Das Bein unter dem blauen Schleier müsse man ganz 
einfach, fast ohne Modellierung anlegen und dann den 
Schleier mit seinen blauen, dunkleren Faltenstrichen darüber 
zeichnen; das liefse ihn am wahrsten und schönsten er- 
scheinen. Vor der Luft hinter Oberkörper und Kopf der 
Venus thäten ihm die einzelnen scharfen blauen Falten- 
striche ganz besonders wohl. 
Von den Flügeln der Engel gab er dem einen dunkel- 
rote (Eisenoxyd), dem andern einige warm chromgelbe 
Federn. Das bestimme ihm die Fleischtöne. Wenn man 
Luft aus Blau und Weifs male, werde sie hart und roh. 
Er habe gefunden, dafs grüne Erde einen besonders lustigen, 
durchsichtigen und unfafslichen Charakter habe. Indem er 
dies hier bei dem Venusbilde (und auch beim Museums- 
fresko) der Luft unten und dem fernen Meer beigemischt 
habe, scheine schon die Farbe an und für sich fern. 
Wenn man auf der Palette grüne Erde aus andern Farben 
nachzumischen suche, werde es ein fester, undurchsichtiger 
und unangenehmer Ton, während grüne Erde ein merk. 
würdig durchsichtiges, tiefglänzendes und geheimnisvolles 
Ansehen habe. 
SCHICK, BÖCKLlN-TAGEBUCH I5
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.