Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458225
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hat es sehr gut gethan, als Böcklin die Farbe des Gewandes 
als ganz hell kalt violettroten Ton neben die Wange setzte, 
die plastisch wurde, als sie sich dunkel dagegen model- 
lierte, und durch das kalte Violettrosa des Gewandes er- 
hielt das Gesicht einen sanften, (um eine Spur) wärmeren 
Anflug im Fleischton. 
3. Dezember o8. 
Böcklin hat die Farbe des Gewandes geändert; statt 
hell lebhaft kalt rot und brillant leuchtend hat er es 
heute mit dem kalt dunkel violett Eisenoxyd gemalt, die 
breiten Lichter aber ganz hell kaltviolett. XVarum? sagte 
er nicht; er äufserte nur: der Entschlufs sei ihm schwer 
geworden, es sei aber notwendig gewesen. Er gewann 
dadurch für das Fleisch einen sanften, warmen, etwas ab-- 
getönten Schein, besonders durch die breit und glänzend 
hell violetten Lichter des Gewandes, die heller als der 
Gesamtton des Fleisches, in welchem die Lichter jedoch 
gleichwertig, vielleicht sogar eine Spur heller sind. Die 
Luft erscheint neben dieser Gewandfarbe wie ein mildes, 
warmes Graublau (trocken und ziemlich hell). 
An den Falten hat Böcklin das Hinterflattern sehr 
energisch durch breite Seitenflächen bezeichnet. 
Böcklin sagt, er hätte die Erfahrung gemacht, dafs 
man auch über 5-6 Tage alte Stellen noch malen kann, 
sobald man die Farben mit Kalk mischt, überhaupt-so 
lange, als die Wand noch nicht auszuschwitzen anfängt.
        

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