Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458219
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recht gelungen zu halten, und besonders anstöfsig ist ihm 
das Fehlen der Beine, während doch das Hauptgeheimnis 
der NVirkung darin liegt, dafs in diesem Bilde nur das 
Allernotwendigste gedrängt gegeben ist, und man fast 
weiter nichts sieht als die Köpfe. 
Vor der Magna parens: Wenn man Farben als 
solche recht wirken lassen will, so müssen sie fast gleich- 
wertig nebeneinander stehen und dürfen nicht viel von 
Licht und Schatten unterbrochen werden. So Würde er das 
rote Gewand neben die Karnation der Magna parens stellen. 
Ein bischen Licht und ein bischen Schatten reichten hin, 
den Ton angenehm zu machen, zu bestimmen und die 
Farbe in Schach zu halten. So bei dem Fleisch des 
ersten Engels; der leichte Schatten des Kopfes und das 
Glanzlicht auf dem Haar besonders reiche hin, den Körper 
weich, zart und seine Farbe unbestimmbar zu machen. 
November 
Den Kopfder Magma parens hat Böcklin heute noch 
ganz wieder übermalt und ihn bedeutend farbiger gemacht 
(besonders durch Hineinspielen von hellrotem Eisenoxyd 
in die Lichter). Obwohl er vorher in seiner blassen 
Stimmung zarter wirkte, so ist doch immer zu berück- 
sichtigen, dal's alles bedeutend heller auftrocknet. Die grün- 
lich hellblonden Haare wären trocken fast schneeweifs 
geworden; denn aus der hellgrünen Erde wird ein ganz 
heller, kalt zartgrüngrauer Ton. Der Kopf setzt sich im 
Schatten des Haares dunkel von der Luft ab, im Schatten 
der Karnation eine Spur heller. Im Licht des Gesichtes
        

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