Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458173
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bindend machen. Man bringe aber nicht Speichel darauf; 
denn der enthält Magensäure, die vielleicht mit dem Kalk 
noch andere Verbindungen eingeht. 
Die Borte des Bildes, die Böcklin anfangs hellgrün 
halten wollte, weil der Hauptton des Bildes vielleicht 
dahin gehen würde, machte er nun (vorläufig) tintig n1ittel- 
violett, weil, wie er sagte, die Flamme mit ihren brillanten 
Farben nun die Bedingungen und den Hauptton geändert 
hätte. (Vielleicht waren ihm die obersten Putten durch 
sie zu trübe geworden.) Doch würde sich die Farbe des 
Randes durch die untern Figuren vielleicht noch anders 
bestimmen. 
28. November 68. 
Der Gipser hat heute den Marmorkalkbewurf (für 
den ersten schon halbtrocknen) noch einmal frisch ge- 
macht (am obern Teil der Mittelfigur), aber die Konturen 
ungenau herangesetzt, so dal's Böcklin verschiedene Stellen, 
z. B. die Finger der linken Hand und den Kopfkontur, 
wieder herausschneiden musste. (Sie waren noch vom 
vorigen Grunde, und Böckliil fürchtete, dafs diese Stellen 
nicht mehr binden würden.) Er schnitt die halbe, manch- 
mal die ganze obere Schicht, die zwei Linien stark ist, an 
den betreffenden Stellen aus und füllte sie mit dem Marmor- 
stuck durch den Spachtel wieder zur vorigen Höhe aus und 
glättete es, was völlig gelang.  
 Die Mauer hat vier Bewürfe, der oberste Marmor und 
Kalk, die anderen nur Sand und Kalk. 
Der zweite Kalkbewurf zeigte immer bald nach dem 
Auftragen starke Risse, was bei solcher Stärke des Putz-
        

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