Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458165
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untersuchen zu können. Böcklin antwortete: dann würden sie 
von Correggio gewifs auch dementsprechend entworfen 
und gemalt sein.  
Heute malte Böcklin im Fresko die obere rechte 
Engelgruppe: die vordere, grad stehende, zuerst grau 
in grau modelliert, die Schatten selber grüngrau 
mit viel grüner Erde. Dann ging er über den ganzen 
Körper mit einer weissen Lasur und legte, als diese an- 
gezogen hatte, schliefslich eine andere von reinem, hell- 
rotem Eisenoxyd darüber. Es machte diese Figur mehr 
als die vorigen einen weichen, sanftrosafarbigen und 
fleischigen Eindruck. Böcklin beschlofs daher, die Mittel- 
Ügur so zu malen. Das rote Gewand will er dann aus 
einem Mittelton herausmalen (alla prima) mit nur zwei 
Farben; Licht fast weifs und Schatten (farbig). 
27. November 68. 
Freitag. Der Kalk band noch am 4ten Tage (gestern) 
kaum mehr; selbst das Durchzeichnen der Pause gab 
auf der fast festen Oberfläche kaum mehr man, weshalb 
Böcklin nicht weiter malte. Die Fläche schluckte jedoch 
das Wasser noch ganz gut auf wie im Anfang, und 
Böcklin meinte: wenn es sein müfste, könnte man gewifs 
noch 1_2 Tage mit kalkgemischten Farben darauf malen. 
Böcklin hält d_as für eine sichere Probe des Noch-Bindens, 
wenn ein NVasserstrich sogleich vom Grunde aufgetrunken 
wird. Zerstört man das Kalkhäutchen durch vorsichtiges 
Reiben mit dem Finger unter Anfeuchten mit destilliertem 
Wasser, so kann man eine nicht bindende Stelle noch
        

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