Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458154
228" 
Ueber die Zopfbilder mit Bolusgrund. (Von Ribera 
an.) Es müssen diese Bilder auch neu scheufslich aus- 
gesehen haben. In allen geht es nur darauf hinaus, mit 
den übertriebensten Effekten zu knallen. Uebertrieben 
warme und zu braunrote Schatten und darauf blendend 
helle kalte Lichter Waren auf diesen Bildern Wohl von 
Anfang an, was die Zeit dann noch scheufslicher gemacht, 
indem sievdie Unterschiede vergrösserte. 
November 
Wenn man Damenporträts zu malen hat, müsse 
man zufrieden sein und auf nicht mehr Vorteile rechnen, 
als dafs die Dame eben nur im Zimmer anwesend ist. 
Man müsse sehen, wie sie sich wohl zu bewegen pflege, 
durch Scherze oder anregendes Gespräch günstige Er- 
scheinung aus ihr herauslocken, im übrigen aber aus der 
Erinnerung ihre Erscheinung herauszubilden suchen. Man 
darf sie höchstens bitten, den Kopf mal auf einen be- 
zeichneten Punkt zu richten; man bezeichne aber es so- 
gleich als genug, sowie man das Gewünschte in Form 
oder Bewegung gesehen habe. 
Es sei ihm über so entstandene Porträts gesagt worden, 
es seien zwar nicht in allem genau ihre Züge, aber sie sei 
ähnlicher als eine Photographie, indem er ihre Eigentüm- 
lichkeit wiedergegeben habe. 
Wenn er wieder nach Italien kommen würde, so würde 
er vor allen Dingen nicht versäumen, die Fresken Cor- 
reggios in Parma aufzusuchen. Ich glaubte sie (als 
Kuppelbilder) dem Auge vielleicht zu fern, um sie genauer
        

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