Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458129
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nicht gut über das Bild verbreiten kann. Böcklin sagte, 
dann soll ich meine Malweise danach einrichten, aber 
nichts darunter nehmen. Kopaivenbalsam ist ein Harz 
mit einem langsam flüchtigen Oel. Mit Nufsöl oder andern 
Oelen besteht nun die Gefahr des Vergilbens; bei Zusatz 
von Terpentin wird aber der Uebelstand der Zähigkeit 
nicht gehoben; denn Terpentin ist ein sehr rasch flüchtiges 
Oel und hat dazu (noch mehr als der Balsam) auflösende 
Eigenschaften. 
Zur Freskomalerei: Destilliertes Wasser bildet in 
unverschlossenem Gefäfs aus der Luft Kohlensäure und 
ist dann weniger günstig zum Malen, weil es die Bildung 
der Kalkkruste beschleunigt. (Prof. Fr. Burckhardt.) 
Ueber den chemischen Prozefs der Bildung der Kalk- 
kruste sind Fachmänner verschiedener Ansicht: Einige 
(Physiker Müller und Hagenbach) meinen, es finde nur 
eine Verwandlung, keine Ortsveränderung der Stoffe oder 
ihrer Atome statt. Dr. Gäbbelsröder (Stadtchemiker) sagte, 
es könne sehr wohl dabei ein Ausschwitzen und Heraustreten 
der Kalkilüssigkeit, Kalkmilch, stattfinden. 
Die feine ungrundierte Leinwand aus Berlin 
(Schmidt?) gefiel Böcklin, und er sagte, sie wäre leicht für 
den Gebrauch zuzubereiten. Erst überzieht man sie ganz 
dünn mit Leim, dann mit einer dünnen Lage Farbe.  
Goldrah m e n. Ich habe den für Prof. Fr. Burckhardt 
beim Vergolder bestellt. Er wird etwa: Lorbeerstab 
(glänzende Bänder und glänzende Punkte), glänzende 
Hohlkehle, stumpfe Fläche, glänzendes, gewundenes Band 
und stumpfe grade Fläche. Er sieht ganz stattlich aus. 
SCHICK, BöCKLlN-TAGEBUCH 15
        

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