Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458115
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Gesicht malt und schliefslich seinen höchsten Trumpf in 
einem recht brillant und raffiniert gemalten roten Gewand 
ausspielt. Auf dergleichen Dinge ging all ihr Trachten: 
in der Leimmalerei eine glatte Fläche oder eine gleich- 
mäfsige Lasur recht fleckenlos und rein herzustellen und 
dergleichen Pedanterieen mehr. 
Auch Michelangelo in seinem Streben nach dem 
Handwerklichen ist ihnen fast beizuzählen. Rafael und 
Correggio sind vielleicht die einzigen, die frei von pedan- 
tischem Wesen stets künstlerisch dachten und reine Natur- 
anschauung zu realisieren suchten. 
Böcklin erzählte von einem Bilde von Vanutelli in 
Rom: Zion (als ein halbnacktes Weib) klagend und um sie 
eine Schar ninivitischer Weiber. Das Bild hätte eine 
falsche Mondstellung gehabt. Die Sichel gegenüber der 
untergehenden Sonne. Er freute sich, als Böcklin ihn 
darüber belehrte, und äufserte: wQuando uno non sä, 
come fare, bisogna soltanto domandare un tedesco. Quelli 
sanno tutt0m4  Die Italiener, die selbst keine Schul- 
bildung haben, schätzen die Schulbildung an Deutschen 
sehr hoch, ja, sie überschätzen sie und denken wunder, 
was man damit anfangen könnte. Dabei ist der Wert der 
Schulbildung und der Unterschied von solchen, denen das 
bischen NVissen abgeht, gar nicht erheblich. 
Böcklin rät immer, nur mit reinem Kop aivenbalsam 
zu malen, ohne weitere Zuthat von Oel oder anderen 
Stoffen. Mein Balsam ist nun aber so dick, dafs ich ihn
        

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