Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455918
erstaunlicher Ausführung wivar. (Man sah durch das durch- 
sichtige Wasser den Grund und sogar die schwimmenden 
Frösche.) Ein kleines Kind (ganz nackt) macht Versuche 
auf einer Rohrpfeife, die ihm der grössere Junge nebenan 
geschnitzt hat. Etwas weiter rechts, im Schilf: ein pfeifen- 
der Junge. Reizend war die Schilfgruppe, von blühenden 
Winden umrankt; auf einem umgeknickten Rohr ein mit- 
pfeifender Fink. Hinten ein verriegeltes Gehöft. 
Das zuerst genannte Bild (Daphnis) hatte er noch 
nicht sehr Weit durchmodelliert; die hohen Lichter der 
Modellation fehlten noch. Infolgedessen hatte er auch die 
vorderen Blätter und Pflanzen noch in einer nebelhaften 
Erscheinung gelassen und meinte, wenn er in der Figur 
Weiter modellierte, Wäre die Steigerung der Nachbarformen 
eine natürliche Folge. Einzelne Stellen hatte er ausgeführt, 
und zwar schien es, als wenn er zu jedem Teil Studien nach 
der Natur machte. 
Als ich ihn über Temperauntermalung befragte, die 
nach seinem Vorbilde auch Lenbach anwenden soll, erklärte 
er mir dieses Verfahren folgendermaßen: 
Mit Eiweifs und Honig oder Pergamentleim mufs die 
Farbe ziemlich stark leimig gerieben werden, damit sie sich 
kaum merklich verändert, wenn man Oelfarbe darüberbringt. 
Die Temperafarbe hat nicht den Zweck, das Oel aufzusaugen, 
sondern den, die Leuchtkraft der Farbe zu steigern. 
Das Material veranlafst einen, seine Bilder nach dem 
Hellen zu neigen, umgekehrt wie Oelfarbe veranlafst, tief
        

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