Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458047
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stalt hat er nur 2-3 Mal jene obenerwähnte Dame be- 
sucht, sich aber, Wie es scheint, nur auf das Anschauen 
und Beobachten beschieden. Zu den Putten endlich 
zeichnete sich Böcklin einige Köpfe nach Kindern seiner 
Freunde, meinte aber dann, er könne sie nicht recht 
brauchen, sie brachten ihn aus dem Text. In so allgemein 
gedachte Gestalten dürften keine genaue Naturkopieen, die 
von der Natur zufällig so oder so gebildete Formen zeigten. 
Solche würden dem Beschauer sogleich aus dem Bilde 
auffallen und dem einheitlichen Interesse schaden. S0 
verläfst sich Böcklin auch für den Kopf der Magna parens. 
rein auf das Gelingen in einer günstigen Stunde, auf die 
erhöhte geistige Stimmung, wenn er sich vor der Arbeit 
selbst befindet und auf die geistige Anspannung, in die 
ihn das Arbeiten in der entscheidenden Stunde bringen 
wird. Bei dem ganzen Bilde hat er dem Erfinden an Ort 
und Stelle das Meiste überlassen, und deshalb verstehe 
ich auch sehr Wohl, dafs ein anderer nicht gut an dem 
Arbeiten teilnehmen kann, da es unmöglich ist, sich in 
die Idee eines anderen und noch dazu eines Meisters wie 
Böcklin ganz hineinzuiinden, wenn nur ein so leichter Ent- 
wurf zu Grunde liegt. 
23. November 68. 
Ich fragte Böcklin, ob die Bilder Ipiligenia (bei Schack) 
und Sappho (Sarasin) in der Technik sich sehr unter- 
schieden, und das eine etwa vorwiegend Wachs- und das 
andere Harzmalerei sei.  Er antwortete: im Iphigenia- 
bilde wie in der Sappho sei Harz vorwiegend (und das
        

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