Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458011
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Die Pflanzenformen im Vordergrund sind etwas 
gröfser, ausgedehnter, und das Bild ist dadurch einfacher 
und knapper gegeben. 
Einige blaue Blumen (etwas farbig) im linken unteren 
Teil des Bildes wirken in der Gesamtstimmung des Bildes 
wie Licht. So schlagend hat Böcklin den Dämmerungs- 
effekt getroffen. 
Anfangs war die Wiese hinten durch ein paar Büsche 
begrenzt, und auf derselben wandelten Arm in Arm zwei 
Frauen. Böcklin meinte, so gebe es mehr den Gedanken 
der Einsamkeit. Es sei ihm aber kurios vorgekommen, 
dafs man gerade durch die Oeffnung der Bäume die 
beiden Gestalten gesehen habe, und das habe für ihn 
etwas Gezwungenes gehabt. 
Alle Tiefen in der Landschaft sind durch Krapptöne 
etwas ins Violette gestimmt. 
Das Bild ist mit merkwürdiger Leichtigkeit gemalt, 
nirgends gequält, immer Hott und nicht durch Herum- 
probieren herausgequältfsondern frisch aus der scharfen, 
lebendigen Vorstellung der Dinge herausgeschaffen. Ein- 
zelne Sachen an wirksamen Stellen sind dann mit gröfster 
Wahrheit und genau gegeben, wie der kleine nach hinten 
verkürzte Ast und andere Aeste, die vor dem hellen Luft- 
ton stehen. 
Von grofser Meisterschaft ist die Anordnung der 
Flächen und Richtungen: 
Wie die Lorbeerstärnme schräg in das Bild hinein- 
liegen und dementgegen der Felsblock dahinter wieder 
nach vorn kippt (die Bäume darauf aber wieder nach
        

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