Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457981
helfen können. Das ganze Bild soll als eine lebendige 
grofse Skizze erscheinen. Mir fehle die Leichtigkeit der 
Behandlung und Freiheit im Malen. Ich würde vielleicht 
in penible Aengstlichkeit verfallen. Er wolle den morgen- 
den Sonntag in Nichtsthun verbringen, damit er am 
Montag seine ganze Kraft beisammen habe und mit gröfserer 
geistiger Sammlung sein Werk beginnen könne. Es sei 
seine Ueberzeugung, dal's nur bei höchster geistiger An- 
spannung etWas Tüchtiges und Bedeutendes gelöiStßt 
werden könne. Und wo die Alten etwas Grofses und 
Herrliches geschaffen, hätten sie es gewifs dadurch er- 
reicht. Böcklin überlegt daher lange und sucht sich scharf 
in die Sache hineinzudenken. Glaubt er es dann zu haben, 
so merkt man ihm beim Malen die innere Aufregung und 
die höchste Lebendigkeit für die Arbeit an, so dafs ihm 
darüber die Hand zittert, indem sie dem gleichsam lieber- 
haft vorausschaffenden Auge folgt. 
November 
Sonntag. Heute sah ich im Ausstellungslokal der 
Lesegesellschaft BöcklinsP etrarca, den sein Eigentümer, 
Herr Merian oder iVIerian-Burckhardt, dort ausgestellt hat. 
Böcklin hatte das Bild schon in Rom fast vollendet und 
hoffte, als er es bei seiner Abreise (I. Sept. 1866) mitnahm, 
vielleicht nur noch in der Lokalität des Besitzers einige 
Retouchen machen zu brauchen. Er rollte das Bild (das 
mit Kopaivenbalsam gemalt und noch ziemlich frisch war) 
auf und bedeckte dabei zum Schutze die Bildfläche mit 
Papier, das mit Unschlitt beschmiert war, damit es nicht 
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