Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457976
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die Farbenwirkung fast von selbst. Man denke auch 
von vornherein bei der ganzen Disposition an Fresko, 
desto mehr wird man auch Grofsheit der Form anstreben. 
In der Freskoskala mangelt die Farbenkraft der Oel- und 
Leimfarben, und namentlich entbehrt sie sehr eines reinen 
kräftigen Rots (wie Zinnober), und die Abstufungen vom 
hellen Licht nach tiefem, reinem Braun fehlen ganz. Jedoch 
reicht die ganze Skala eine Stufe höher zum Licht hin 
als anders bereitete Farben und hat dennoch fast dieselbe 
Tiefe, und nach Blau und Gelb hat man die Farben ziem- 
lich reich und vollständig. Auch Grün mangelt nicht 
(grüner Ultramarin, jedoch noch unerprobt l). 
Ueber Fresko I im Museum schwebe ihm für 
Farbe und Wirkung nur eine unbestimmte Idee vor. Sie 
würde sich erst beim Malen bestimmter und klarer ge- 
stalten. Er denke, es müsse vielleicht etwas von der 
Erscheinung des jüngsten Gerichts von Michelangelo be- 
kommen: plastisch vertretende Gestalten und andere in 
Silhouetten erscheinend. Die hinteren obern Putten ganz 
in Luftton, wie in gedämpfter Erscheinung. Er denke sie 
vielleicht ganz mit einem der Luft verwandten Mittelton 
zu modellieren, dann einige kecke (wie er sagte: freche) 
Lichter darauf und ein paar Striche mit reiner Farbe 
(vielleicht hellrotem Eisenoxyd). In der weiblichen Figur 
müfsten dann aber Farbe und Licht im höchsten Triumph 
heraustreten. Das Rot des Gewandes denkt er sich als 
ein warmes Rot. Ich würde ihm bei diesem Bilde wenig
        

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