Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457948
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Bei seiner Magdalena habe er besonders sich 
bemüht, das Schluchzen und das Verziehen des Mundes 
auszudrücken. Er fand wenig Modell dazu: eine mit 
sehr schönen blonden Haaren und feinem Teint (eine 
Kellnerin, sonst häfslich), eine andere zu Gesicht und 
Hals. Schliefslich mufste er aber doch alles aus dem 
Kopf malen und mufste besonders das Schluchzen an 
sich selbst im Spiegel studieren. 
Die Studien zum Christus habe er im Leichen- 
hause gemacht. 
Als Böcklin einmal (mit Kopf und mir) im Museum 
war, sagte er, es gereue ihn, die Beine nicht ganz gemalt 
zu haben. Indem er ausschliefslich immer nur an den 
Ausdruck dachte und an die Empfindung, die er hinein- 
bringen wollte, habe er das Dekorative zu sehr aus den 
Augen verloren. 
20. November 68. 
Böcklin sprach gestern mit einem Physiker über das 
Freskomalen. 
Bei der Bildung des kohlensauren Kalks (des 
Kalkhäutchens) fmdet keine örtliche Veränderung oder 
Bewegung der Atome statt, sondern nur eine innere 
chemische Verwandlung. Es mufs ähnlich der Eisbildung 
sein, und bei der Bildung des Häutchens müssen sich in 
gleicher Weise die Atome mehr zusamrnendrängen und 
dichter schliefsen; und daher kommt wohl auch 
die gröfsere Glätte und der Glanz des verwandelten 
Kalks.
        

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