Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457915
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November 
"d Böcklin sprach vom Liber veritatis des Claude 
Lorrainq, das er in Weimar mit vielem Interesse durch- 
gesehen hätte._ Claude hatte sehr einfache Liclitdispo- 
sitionen, die, wie man sie auch anwenden mag, immer 
wirken werden.  
Erstes 
Museumsfresko. 
Beim rechten Seecentauren. Die tiefe, kurze Model- 
lierung des Nabels macht die Bauchfläche grofs und mächtig. 
Um aber eine Form so auf die nebenstehenden Wirken zu 
lassen, mufs sie eine gewisse Gröfse haben. Wäre der 
Nabel kleiner, so würde er nur noch als ein Punkt für 
sich Wirken und zu keiner Vergleichung mit den neben- 
stehenden Formen auffordern. Ebenso wäre es mit den 
Farben. Kleine, einzelne Blümchen in einer Landschaft 
vergleicht man nicht mehr, und es ist gleichgültig, 0b sie 
rot, gelb oder blau sind, und wäre die Farbe auch der 
Harmonie des Bildes im allgemeinen zuwider. So waren bei 
der Flu cht nach Egypten die paar Blumenpunkte, die 
Böcklin zuletzt noch in die linke untere Ecke mit Chrom- 
rot hinsetzte, wirkungslos für die Gesamtheit des Bildes 
und ihre Farbe daher auch ohne alle Wichtigkeit für die 
Harmonie der Töne. 
Die Seecentauren müfsten in ihrer Bildung ganz ab- 
sonderlich werden, damit sie an Fabeltiere und Arabesken- 
Wesen erinnern. Der Kopf besonders mufs ins Groteske 
gezogen werden und als Fratze erscheinen. Dem mittleren 
(linken) von den vorderen gab er das Maul eines Barschs
        

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