Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457900
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Im Anfang ging es ihm selir- schlecht, und er hat 
wohl sechs Monate auf Stroh schlafen müssen. Auch 
nachher sei es ihm nicht so besonders ergangen, und er 
habe es nur seinem guten Humor zu verdanken, dafs er all 
sein Mifsgeschick so überwunden habe. Als Böcklin in 
Italien war, hat ihm Schirmer einmal geschrieben und 
ihn um sein Glück beneidet, in dem Lande seiner Sehn- 
sucht zu sein. 
Später, als Böcklin von Weim ar aus zum zweiten Mal 
nach Italien zog, schrieb er Schirmer und forderte ihn 
auf, doch alles abzuschütteln und mit ihm zu kommen; 
aber Schirmer War indessen Karlsruher Direktor, pllilister- 
haft und alt geworden; bei Böcklins Durchreise empfing 
er ihn freundlich, aber sehr Würdevoll und sagte, seine 
Stellung als Direktor sei ihm an das Herz gewachsen. 
Beim Entwurf mit dem Grabmal hatte ich eine 
dunkle epheubewachsene Wand angenommen. Böcklin 
sagte, das ginge nicht; nur das Dunkel in der Cypresse 
dürfe wirken. Sonst verschösse ich unten schon alle 
malerischen Mittel, könne das Bild schon in der Hälfte 
aufhören lassen und habe doch eine geschlossene Harmonie. 
Die Umgebung der Figur müsse eine unvollkommene 
Harmonie ausmachen, die erst in dem Dunkel der Cypresse 
ihre notwendige Lösung finde. 
Der Schleierumwurf der Figur sehe zu modern aus; 
das käme daher, er sei zu dürftig.
        

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