Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457879
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fortsehen und vielleicht in der geschickten Technik oder 
in der brillanten Malerei solcher Bilder Entschädigung- 
finden. Die Malerei sollte stets nur Erhebendes und Schönes 
oder doch unbefangene Heiterkeit darstellen Wollen und 
nie Elend.  
8. November 68. 
Kopf seiner Frau  auf weifsem Grund mit rotem 
Netz (etwa 1863 in Rom gemalt). Einzig mit Weihrauch 
gemalt, dann, da es doch einen Ueberzug brauchte, mit 
XVachs getränkt.  Weihrauch löst sich nicht völlig im 
Wasser, sondern bleibt ein weifser, mehliger Brei. Wenn 
er trocken ist, "bindet er jedoch (fester als Leim. Das 
Tränken mit Wachs füllt die Poren aus und macht somit 
die Farben glänzender. 
Vom Sapphobilde. Ueber die ungemeine Leucht- 
kraft der Farben. Natürlich hätte ihn die Technik des 
Bildes genötigt, es auf breite Farbenwirkung anzulegen. Die 
Farben wirken in dieser Behandlung so licl1tvoll und 
strahlend, dafs ein Grau neben starkem Rot dieselbe Leucht- 
kraft haben kann, während man jenes in einer anderen 
Technik bis zu ziemlich viel Licht und Helligkeit steigern 
mufs, wenn es neben Rot gleichwertig erscheinen soll. 
In dem erwähnten Porträt seiner Frau ist das 
lasierte Rot des Netzes leuchtender als der gleichwohl 
weifse Himmel. Sollte er mehr leuchten, so mufste man 
ihn das Rot überstrahlen machen. Es würde ihm un- 
möglich sein, dieses Bild in Oelfarben zu kopieren. (Für 
Oel hätte er es aber auch anders erdacht und vielleicht 
mehr durch Lasuren seinen Zweck zu erreichen gesucht.)
        

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