Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457852
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sei 
die 
Wand 
dann 
noch 
mit 
feinem 
Marmorstaub 
abzu- 
reiben. 
Nach 
solchem 
Verfahren 
wird 
der 
Grund 
nicht 
blofs sehr 
zurück. 
hart, 
sondern er wirft 
auch einen 
schönen Glanz 
November 
Beim Figurenentwerfen hat man fortwährend Ver- 
kürzungen zu zeichnen. Gut gezeichnete Verkürzungen 
fallen einem aber gar nicht auf; sie erscheinen bei 
flüchtigem Ansehen in wirklicher Länge. Und so lange 
bei einem Glied oder Körper das Verkürztsein sich noch 
bemerkbar macht, wird sich gewifs noch etwas Unrichtiges 
vorfinden. Man zeichnet zwar bei allen Sachen in der 
Malerei stets Verkürzungen, doch ist bei den Aesten eines 
Baumes oder bei den Flächen eines Felsens die Länge 
der Verkürzung so unberechenbar und willkürlich, dafs 
man sich ganz seinem malerischen Gefühl und Instinkt 
überlassen kann. (Es wird einem ja von keinem Ding in 
einer Landschaft der Grundrifs gegeben.) 
Indem Böcklin mir hinskizzieren wollte, wie ich meine 
Figur (Mutter mit Kind am Grabmal) zu halten hätte, 
erhielt seine Figur das Ansehen einer Madonna. Er sagte, 
beim Anordnen solcher Gruppe würde man sehr leicht in 
diesen Typus verfallen; denn der Madonnatypus sei ja aus 
dem Bemühen entstanden, etwas recht Abgerundetes, 
Zusammengehaltenes und Einfaches zu schaffen. 
Böcklin: Die Galatea scheine Rafael ganz allein 
gemalt und auf die Mauer improvisiert zu haben, vielleicht 
auch ganz ohne alle Studien. Sie sieht so frisch, freudig 
und ungequält aus, und es sind so manch arge Fehler
        

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