Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457839
T96 
tönen ein den Kopf hinein, suche gleich die hingehörigen 
Farben so zur" Wirkung zu bringen, als wenn das Bild 
nach der Stunde definitiv so bleiben sollte. Glückt es 
nicht- gleich beim ersten Male, so ist es besser, noch 
einmal zu beginnen; denn es handelt sich ja nur um den 
Verlusteeiner Stunde. Was nun die Wahl der Kleidung 
und Stoffe betrifft, so hat er sich dabei durchaus nicht 
an das gebunden, was die Damenydie er zu malen hatte, 
trugen, sondern hat stets willkürlich das gemalt, was ihm 
die Wirkung des Kopfes zu heben schien. So hat er einer 
Dame mit sehr weifsem, zartem Fleisch und rotfarbigen 
Wangen einen schwarzen Schleier gegeben, Wodurch ihre 
Eigentümlichkeit noch mehr zur Geltung kam. In dieser 
Weise gab er auch dem Bild Von. Frau. Burckhardt die 
Sammetjacke und das Weifsseidene Halstuch. Er er- 
"innerte sich nur, einmal beobachtet zu haben, dafs ihr eine 
Sammetjacke gut stehe.  
Beim Kartonzur Magna parens (erst-es Museums- 
f resko): Jakob Burckhardt bewunderte, dafs sich Böcklin 
gvon Nachahmung der Galatea so ganz, frei gehalten-habe 
und bei allem Reichtum der Komposition doch so einfach 
und wirkungsvoll sei. Böcklin sagte nachher, dafs dies 
jede Komposition habenwürde, die, wie sein Karton, rein 
aus malerischem Bedürfnis heranreife. Alles in einem 
Bilde müsse nur aus malerischer Notwendigkeit und 
aus Bedürfnis entstehen. Die Demeter (Magma parens oder 
schaffende Kraft) hat jetzt einen herrlichen freudigen 
Ausdruck erhalten, und die Putten, Welche, Raum schaffend, 
die Wolken fortdrängen, sind von reizender Naivetät. Das
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.