Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457826
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Der Borgiasaal sei gering und dazu übermalt. 
Sonst kann man aber fast bei allen anderen Werken 
Rafaels bemerken, wie bei der Beschränkung durch das 
Format immer etwas Schöneres herausgekommen ist. Die 
gegebenen Bedingungen und oft sogar die Beschränkung 
lieferte dem Künstler neue Gedanken und Sujets. 
3. November 68. 
Böcklin sprach von Porträts, die er gemalt. Prediger 
Riggenbach in Basel hat er in fünf Stunden vollendet, 
d. h. in fünf Sitzungen, deren jede kaum eine Stunde 
dauerte. Es gereue ihn aber, dafs er das Bild nicht nach der 
ersten Stunde für fertig erklärt habe. Da er jedoch 
500 Francs dafür gefordert, glaubte er es nicht dabei be- 
Wenden lassen zu dürfen; er hätte es sich damit leider 
aber nur verdorben. (Brustbild in Lebensgröfse). Das Bild 
der Frau Professor Fritz Burckhardthabe er sich 
dummer Weise durch den rauhen Grund schwer gemacht 
(auf künstlich rauh grundierter Leinwandl). 
Am besten ist eine glatt grundierte Weifse Leinwand. 
(Gleichviel ob stumpf oder glänzend.) Darauf bringt man 
den KOPf in Haltung mit violettem Eisenoxyd, Umbra und 
SChwarz, bringt das Bild zu einer richtigen Verteilung im 
Format und modelliert den Kopf mit obigen Farben zur 
vollständigen Erscheinung durch, indem man auch die 
Lichter mit geringer Farbe übergeht. Man lasse im Lichte 
besonders Eisenoxyd spielen, damit in den Halb- und 
Üebergangstönen das Gelb des Leinwandgrundes aufge- 
hoben würde. Dann erst gehe man mit Wirklichen Fleisch- 
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