Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457819
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ist gegen Rubens' Arbeiten nüchtern gegeben, und Tizians 
Bilder enthalten wohl oft einen anmutigen Zauber, aber 
nicht wie Rubens' Bilder frisch sprudelndes Leben. Es ist 
etwas überaus Herrliches bei Weibern, die etwas dick 
geworden sind," die Gröfse und Einfachheit der fetten 
Formen zu sehen, die kaum noch die Knochen und 
Muskeln darunter an einigen wenigen Stellen durchahnen 
lassen. 
Man müsse sich beim Malen der Bilder (auch kleinerer) 
immer vorstellen, man habe die Wand eines Hauses zu 
bemalen. 
Mein Grabmal Wäre besser für doppelte Gröfse. Man 
solle nicht zu einem schon fertigen Projekt einen Rahmen 
anschaffen, sondern nach Gröfse und Format des Rahmens. 
sein Bild einrichten und selbst den Stoff erfinden.  
Seine „Geburt der Venus" habe er für das Format 
des Rahmens erfunden, den ereigentlich für seinen Medus a' 
Entwurf bestellt hatte.  
Man kann es oft bei andern Malern bemerken, wie 
der Zwang, etwas in ein gegebenes Format zu- 
komponieren, fast stets günstig auf die Erfindung wirkt. 
S0 sei eine von Gunkels besten Arbeiten ein Lampen- 
schirm gewesen, auf den er einen Apollo komponiert hatte- 
Seiner wHermannsschlachtk dagegen hat er eine viel zu 
grofse Luft gegeben. Gunkel hatte sich dabei auf Rafaels 
Konstantinschlacht berufen, die ist aber in dieser Be- 
ziehung auch nicht gerade glücklich und hat ebenfalls 
zu viel Luft, obwohl oben noch eine Engelsgruppe.
        

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