Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457800
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machen aller Nebensachen.  Uninteressänt und wenig in die 
Augen fallend ist jedoch sehr zu imterscheiden von 
häfslichl 
 Die Verteilung in einen gegebenen Raum ist das 
Aller-erste und die Hauptsache beim Komponieren. In 
allen Werken Rafaels (besonders Farnesina) ist dies so 
vortrefflich gelöst, dafs es scheint, als habe er vor allem 
Seine Hauptaufmerksamkeit hierauf gerichtet, und als sei 
ihm dies stets das Erste gewesen. 
Naturstudien nach dem Modell bei Licht zu machen, 
Sei sehr nützlich. Bei einem Bilde jedoch, das Tageslicht 
darstellt, sind solche Studien nicht am Platz, denn man 
erhält nicht den Eindruck der Farbe. Die Caracci haben 
ihre Studien vorzugsweise bei Licht gemacht, und das sieht 
"man ihren Werken auch an.  
  2. November 68. 
Böcklin sprach von Modellen. Er habe im frühern 
Atelier einmal ein sehr dickes Frauenzimmer gehabt und 
gefunden, dafs solche Naturen ganz trefflich zu brauchen 
Sind-  Wenn ein Maler nach akademischer Weise nur 
Seine Muskel- und Knochenkenntnis zeigt und die Figur 
nOCh so wissenschaftlich genau giebt, so giebt er eben 
nicht mehr, als ich und jedermann schon Weifs: er schafft 
110'311 keine neue Individualität. 
Rubens hat solche Naturen benutzt, und was die 
Lebensfülle seiner Werke betrifft, so ist Tizian ein Nacht- 
Wächter gegen ihn. Tizian hat in einer Venus, wie die 
Üorentinische, Wohl ein schönes Weib porträtiert, aber es 
SCHICK. BÖCKLlN-TAGEBUCH I3
        

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