Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457720
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Oktober 
Böcklinnochmals überdieEnkaustikseines Sappho 
bildes. Es liefse diese Malerei nur breite Behandlung zu, 
und es sei gut, das Bild vorm Malen ganz klar im Kopf 
Zu haben. Man könnte wohl etwas wieder herunterschaben 
Oder -kratzen, aber das Aendern sei in keinem Bilde gut, 
auch in Oelbildern nicht, da dadurch immer das delikate 
Aeufsere und die Harmonie des Bildes gestört 'Werde. Man 
thut jedoch gut, wenn man sich einzelne Gegenstände xivählt: 
Köpfe oder Brustbilder. Gröfsere Bilder haben für diese 
Technik zu viel unberechenbare Sachen und lassen sich 
nicht so eingehend und vollständig vorher koncipieren. 
Silppho hat ein weifses Gewand mit farbiger Blumenborte 
(Windenblätter mit Windenblüten abwechselnd, die bald 
die offene Blume zeigten, bald sie 314 oder im Profil 
Sehen liefsen)  brillant-dunkelblaues Kopftuch mit Gold- 
Verzierungen, daraus leichte Löckchen in das Gesicht 
fallen. (Nach der Sappho-Büste der Villa Albani.) Wenn 
ich recht gehört habe, ist hinter dem Kopf blaue Luft.  
Brustbild. 
Der zum Auflösen gebrauchte Terpentin verüüchtigt sich 
faSt ganz beim Einschmelzen und läfst die Farbe nur um 
S0 härter zurück. Dasselbe fand statt bei kleinen Sachen 
(Wie bei den Löckchen), die mit Terpentin und Pinsel auf 
das Bild gemalt waren, oder bei den Stellen, wo die 
Farbe wie Pomade mit dem Finger leicht auf dEiS Bild 
gerieben war.
        

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