Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457702
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WVachs (etwa wie 6-8 Erbsen). Wird die Farbe im 
Töpfchen kalt, so mufs sie sich hart anfühlen, wie später 
die Oberfiäche des Bildes sein soll. Schrniert sie aber 
noch ein Wenig oder färbt sie noch ab, so ist zu viel 
Wachs in der Farbe, und man mufs dann noch so viel 
Harz und Farbstoff zusetzen, bis sie sich, kalt geworden, 
fest anfühlt. 
Lockiges Haar, das über das Gesicht fällt, hat Böcklin 
dann mit gewöhnlichem Terpentin und mit dem Pinsel auf- 
getragen und durch Erwärmen des Bildes eingeschmolzen, 
Wodurch es dem andern gleich und ebenso fest und unver- 
löschbar wurde. 
Als Beweis, dal's die Alten mit viel Harzen gemalt 
hätten, führte Böcklin an, dal's ein Bild des Apelles, das 
auf dem Capitol aufbewahrt wurde (eine Minerva), vom 
Blitz verschont wurde, der alles um sie verbrannte, „da 
Harz ein schlechter Leiter für Elektricität ist". Das Bild 
sing bei einer Feuersbrunst unter, die bei der Ermordung 
des Vitellius auf dem Capitol entstand. 
Oktober 
 Böcklin meinte, kein anderer Maler in Deutschland würde 
Fresken zu _s0 billigem Preis malen wie er. Sie würden 
lSChwind z. B. u. a.) ein halb Jahr darüber sitzen, erst 
mit peinlicher Genauigkeit Kartons zeichnen, die sie dann 
sklavisch genau auf die Mauer kopieren liefsen, ohne auch 
11111" das Geringste dem Improvisieren zu überlassen, und 
dieser langen Zeit entsprechend liefsen sie sich dann auch 
bezahlen. Er habe aber den gröfsten Vorteil davon, denn
        

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