Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457656
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Feuer in Töpfen zusammen und that dann eine gewisse 
Quantität Wachs dazu. Dadurch bleiben die Farben schon 
beim geringen Wärmegrad des Wachses schmelzbar, wäh- 
rend Harz allein viel Hitze erfordern würde. Es würde 
dann noch Erfahrungssache sein, zu wissen; Welche Farben 
mehr und welche Farben weniger Zusatz von Wachs er- 
f0rdern,_ denn einige Farben sind ihm beim Auftrocknen 
gerissen. Nach diesen Vorbereitungen werden die Farben 
auf einen Kqhlenofen gestellt, damit sie flüssig bleiben, 
und man fährt dann mit dem Maleisen (die sich Böcklin 
hat nachmachen lassen und die einen Glühkolben und 
Holzgriff haben) in die Farbtöpfe, holt die Farben heraus 
und trägt sie mit dem heifsen Eisen auf die" Tafel auf. 
Mit dem Eisen selbst kann man die Farbe verbreiten, ver- 
streichen, Uebergänge herstellen etc., da es durch seine 
XVärme auch die Nachbarfarben wieder schmilzt. Einen 
eisernen Spatel benutzte Böcklin als Vertreiber in heifsem 
Zustande) oder vielmehr als Verschmelzer. Man könne 
einen Kopf von etwa 5" noch sehr gut damit zur Er- 
scheinung bringen, und die Farbe hat etwas Schönes, 
Leuchtendes. Um kleinere Bilder und daran z. B. Augen 
etc; zu malen, dazu bedürfe man speziellerer Erfahrungen 
und gewisser Malkniffe. Man gebe aber einmal jemandem, 
der die Oelmalerei nicht kennt, deren" Farben in die 
Hände, 0b er sich dabei nicht im höchsten Grade un- 
geschickt benehmen würde. Plinius spricht nun zwar 
nicht davon, dafs sie Harze zur Farbe gethan hätten, 
wozu hätten aber sonst die Maler die vielen kostbaren 
Harze 
gebraucht, 
von 
denen 
in 
alten 
Schriftstellern
        

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