Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457635
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5. Oktober 68. 
Böcklin äufserte, man müsse sorgen, dafs der Unter- 
grund hinreichend genäfst Werde und hinreichend stark 
der Kalk frisch aufgetragen sei und dann, nachdem man 
vorher genaue Studien zu seinem Bilde gemacht habe, 
das ganze Bild in einem Zug ohne Ansätze heruntermalen. 
Der Kalk würde dann schon 3-4 Tage lang nachbinden, 
so dal's man das Bild leidlich vollenden könne. Das 
Skizzenhafte (jedoch dabei der einheitliche Gufs des Ganzen) 
befriedigt den Beschauer mehr als das mühsame Aus- 
retouchieren und Detaillieren, das zur Kritik des Ausführungs- 
grades auffordert. S0 habe beim ersten Fresko noch 
keiner etwas über die Luft bemerkt, während man bei 
der Detaillierung der unteren Sachen gewifs leichter zum 
Kritteln geneigt sein würde. Nach obiger Weise Will 
Böcklin das Mittelbild malen. 
Beim Malen der Bäume des 
zweiten Bildes 
machte 
Böcklin mich darauf aufmerksam, wie man den farbigen 
Lokalton der Bäume neben das Licht der Luft setzen könne, 
ohne dieser das Leuchten zu benehmen und ohne dafs 
der Baum zu hart farbig aussähe. Das Wolkenlicht im 
Fresko hat fast solch ein Leuchten, dafs es die Bäumc 
wie ein wirkliches Licht überstrahlt und so einen ähnlichen 
Effekt hervorbringt, wie man ihn beim Oelmalen nur durch 
Nebenstellen von gebrochenen Farben neben der Luft er- 
reichen kann. Böcklin wies aufseixlen hellgelben herbst- 
lichen Zweig, der vor einem lxVolkenlicht stand und dem 
Leuchten des Luftlichts gar nicht schadete. Das wäre 
in Oelfarben schwerlich malbar, für Fresko aber ganz
        

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