Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457604
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war eine schlimme Entdeckung, doch gelang es ihm, durch 
kleine darüber gemalte Wölkchen die Linie einigermafsexi 
zu verdecken. 
Bevor ich ans Iireskomalen ginge, solle ich doch Tem- 
peramalerei probieren, um das verschiedene Auftrocknen 
kennen zu lernen. Man könne Temperabilder mit Leim 
und Glycerin malen. Dann könne man mit Ei farb e voll- 
enden und schliefslich, nach einem halben Jahr etwa, Spiritus- 
firnis darüber bringen, der nun die Farbe wenig oder 
gar nicht verändern Wird. Leimfarbe dauert länger als 
Oel, denn Leim, trocken, wird steinhart und nimmt im 
Vergleich zu seinem früheren Zustande ein sehr kleines 
Volumen ein (viel kleiner als Oel) und bringt somit die 
Farbenteilchen zu engerer Adhäsion an einander. 
Kindergestalten wirken langweilig, wenn der Maler 
nicht etwas Komisches in ihre Gestalt oder in ihre Hand- 
lungen zu legen weifs. Man begreift sonst den Grund 
nicht, weshalb diese Handlungen von Kindern verrichtet 
werden und nicht von Erwachsenen. (Bei meinen Ver- 
Suchen in Leimfarbe.) Das Komische und Kindliche kann 
nun in Vielerlei liegen. Bei dem Tragenden z. B darin, 
dal's er nicht über den Bauch sehen kann nach dem, was 
61' trägt; darin, dafs er eine kleine Last mit grofsem 
Kraftaufwand schleppt, ferner mufs er einzig eine Hand- 
lung und diese mit ganzer Hingebung verrichten und sich 
um nichts weiter kümmern (ob er nun springt oder trinkt
        

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