Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457593
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S a p p h o "hat ein Herr Sarasin in Basel. Das P o r t r ä t 
s e i n e r Fr a u mitueivnem Lorbeerkranz in der Hand befindet 
sich ebenfalls in Basel, vom K un St v e r e i n angekauft. 
Als Böcklin (1859 oder 1860?) den Auftrag bekommen 
hatte, jene grofsen Bilder in Hannover fürHerrn 
Wedekind in Leimfarben zu malen, hatte er noch gar- 
nichts in dieser Technik gemalt. Doch riskierte er es, 
und nachdem er sich vorher zu Haus durch verschiedene 
kleine Versuche über das Auftrocknen der Farben unter- 
richtet hatte, fing er kühn an. Es waren verschiedene 
-Bilder. Zwei grofse Bilder von 24' Länge (Leinwand im 
Ganzen ungrundiert; auf einigen Stellen, WO es ihm je- 
doch dienlich schien, grundierte er stellenweise), vier 
kleinere Bilder und verschiedene gemaltePilaster, worauf 
Kandelaber mit Kränzen u. a. m. In vier Monaten hatte 
er die Dekoration des ganzen Saales vollendet. 
Das Erste und das Schwierigste war das Malen der 
Luft. Er mischte und brauchte dazu I V2 Eimer voll Farbe. 
Erst malte er von oben an den Luftton in seinen Ab- 
stufungen bis in die fernen Dunsttöne. Dann aufs Trockne 
die Wolken. Dabei passierte ihm, dafs der untere Teil 
der Luft nicht duftig genug war, er malte darum noch 
einmal über die betreffende Stelle, und da rifs die Farbe. 
Darauf wusch er es wieder herunter, löste den untern 
Rand des darüber befindlichen Tones auf und setzte die 
Lufttöne frisch hinein. Jedoch, als sie auftrockneten, hatte 
der Leim sich an der Begrenzung dieses ungemalten 
Stückes zu einer dunklen Linie zusammengezogen. Das
        

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