Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457585
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Künstler 
bezeichnet 
dort 
fast 
jedes 
Werk 
eine 
neu 
klommene Stufe. 
Böcklin war bereits neun jahre in Italien, als er zum 
erstenmal nach Neapel kam. Der Eindruck war so ge- 
waltig, dafs er ganz aus der bisherigen Bahn getrieben 
Wurde. Er bedaure sehr, dafs er darüber fast ein ganzes 
Jahr verloren hätte, bis er wieder mit sich ins Reine kam. 
Dann hatte er aber einen ganz neuen Weg eingeschlagen. 
Auch anno 1861, als er im Herbst wieder von Weimar 
nach Italien zurückkehrte, haben die neuen Eindrücke ihn 
wiederum völlig sich umändern gemacht. Und was dies- 
m31 auf ihn so grofse Wirkung machte, waren die Stanzen 
Rafaels, besonders das Bild des Heliodor. Es schien 
ihm klar, dafs es das Grofsdekorative in den Bildern ist, 
was selbst auf den Sinn des rohesten und ungebildetsten 
Menschen Eindruck macht; und das suchte er auch in 
seinen nachherigen Bildern mehr anzustreben. 
Man müsse sich in Rom nur vor dem Fremdenhandel 
bewahren; liefse man sich einmal damit ein, so sei man 
für die Kunst verloren. 
Des Bild von Petrarca, das Böcklin in Rom schon 
beinahe vollendet und auf Butterpapier aufgerollt nach 
Basel heimgeschickt hatte, war bei der Ankunft gründlich 
verdorben, das angeklebte Papier war stellenweise so fest 
angeklebt, dal's Böcklin es garnicht wieder zu lösen ver- 
mochte und das Bild noch einmal malen mufste. Ich 
glaube, es ist im Besitz eines Herrn Merian in Basel. Die
        

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