Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457571
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Stunden, so gestattet sie eher als andere Leim- oder Harz- 
farben (jedoch immerhin sehr schnell) etwas nals in nafs 
zu vollenden. Zu erinnern ist, dal's Ei sich in "Spiritus zu 
einer in Wasser unlöslichen Substanz auflöst. Durch Zu- 
giefsen von etwas Essig kann man Eigelb vorm Faulen 
bewahren. 
Zu den Retouchen auf Fresko besonders ist die Ei- 
farbe am leichtesten und schönsten lasierend zu gebrauchen. 
Heller zu malende Töne (also deckende Farben) sind 
schwer zu treffen, leichter, wenn man ebenfalls lasierend 
verfährt. Man mufs ziemlich viel Ei zusetzen, um sie 
haltbar zu machen, sonst kann man sie mit dem Finger 
ausvvischen. Setzt man viel Ei zu, so verändert sie sich 
beim Auftrocknen nur unmerklich, wird bei von Natur 
untransparenten Farben sogar manchmal dunkler. Das 
Glänzende der Oberfläche, glaubt Böcklin, verschwinde 
mit der Zeit. Jeder al fresco gemalte Strich sieht jedoch 
frischer und kühner aus als die al secco gemalten. 
Böcklin äufserte den Wunsch: nach etwa 31], Jahren, 
wenn sein Junge die Schulzeit hinter sich habe, Wieder 
nach Italien überzusiedeln. In Italien entwickle man 
sich fortwährend und suche Probleme zu lösen, während 
man in Deutschland wohl auch vorwärts kommen könne, 
aber nur in einer beschränkten Weise. Man schaffe aller- 
dings mehr, suche aber nur das früher Erworbene aus- 
zubeuten. In Rom ist das Arbeiten ein fortwährendes 
Kämpfen und Aufwärtsringen, und bei einem strebenden
        

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