Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457495
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man, dafs über Nacht der Grundton und mehr noch die 
Farben etwas dunkler geworden sind. Dann gegen Abend 
des zweiten Tages werden die mit Weil's gemischten 
und dick gemalten Lichter heller und halbtrocken. Am 
nächsten Tage sieht man schon einzelne hell aufgetrocknete 
Flecken und verschiedene trockene Stellen am Rand 
jenes vorgestrigen Kalkansatzes. Am 4. bis 5. Tage ist 
schon fast alles-trocken. (Es War sehr Warmes trockenes 
XNetter, und die Sonne schien den ganzen Tag über an 
die Rückseite der bemalten Wand.) 
Böcklin bereute, auf einen grauen Grund gemalt zu 
haben, und Will künftig nur auf einen ganz Weifsen Fresko- 
grund malen; da Würde man sich über das Auftrocknen 
nicht so täuschen. Bäume und dunklere Massen überlege 
er dann erst mit einer dünneren oder dickeren Lage 
Schwarz, je nach ihrer Dunkelheit, damit der Grund ge- 
deckt werde und damit die Schatten dunkel bleiben. Und 
in dieser Weise hat Böcklin auch schon beim andern 
Bilde begonnen, Emmaus zu malen, und ist nun weniger 
auf Farbenspiel ausgegangen als vielmehr auf Relief und 
plastische Erscheinung. 
Einen weiteren Uebelstand beim Freskomalen bilden 
die Ansätze; man mufs sehr Acht geben, dal's sie sich 
auch glatt vereinigen. 
Man brauche beim Fresko nicht zu fürchten, zu dunkel 
und schwarz zu werden. Es giebt kein Fresko, das nicht 
lichtvoll wäre. Die Fresken von Rottmann haben diese 
bewunderte Tageshelle fast nur durch das Material er- 
halten, wenig durch sein Verdienst. Das kann man an
        

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