Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457480
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Die Wiese ist viel zu hell und _weifslich geworden, 
weil Böcklin zu sehr auf den dunkelgrauen Grundton des 
Bildes gerechnet hatte, der nun viel. weifslicher aufge- 
trocknet ist, als er geglaubt. So stehen jetzt die- vorher 
hellgelbgrünen- Flecke, wo. der niedrige. Rasen zwischen 
den höheren Pflanzen sichtbar war, als dunkelgrüne Flecke 
auf einem weifslichgrauen Grund u. s. w. 
Böcklin meinte, es würde ihm viel mehr nützen, hätte 
er den Grund einfach grün gestrichen und die Aus- 
schmückung den Temperaretouchen überlassen. An dem 
vorderen Grase sind auch viele Veränderungen vor sich 
gegangen. Die auf den grünen Mittelton des Grases auf- 
gesetzten hellgrünen Striche sind gar nicht mehr zu sehen 
und bilden mit dem Mittelton eine unmodellierte Farben- 
fläche. Die tiefgrauen Mitteltöne (zu denen der Grund- 
Ion benutzt wurde) sind ganz blafs aufgetrocknet, und 
die darauf gemalten hellgrünen Halme sind dunkler als 
der Grund; die blauen Blumen (Smalte und Morellensalz) 
dunkler als Chromgrün, ebenso die hellgelben Blumen 
(Goldocker) fast ebenso dunkel als das grüne Gras. (Hier 
könnte jedoch auch das Aufblassen des Grüns Grund 
dazu sein.) In dieser Beziehung äufserte Böcklin, die 
Ocker werden durch Flüssigkeiten (z. B. Oel oder Wasser 
etc.) wenig dunkler gemacht als sie im rohen Zustande 
sind, trocknen daher auch nicht so viel heller auf Andere 
Farben dagegen erleiden in einem solchen Fall bedeutende 
Veränderungen.  
Der Prozefs des Auftrocknens selbst spielt 
Sich in folgender Weise ab: am andern Tage bemerkt 
SCHICK, BÖCKLIN-TAGEBUCH lI
        

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