Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457446
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Gewifsheit, dal's das Bild der Danae von Correggio in 
Leimfarben gemalt sei. In Oelfarben könne man garnicht 
diese Tiefe, diese Leuchtkraft und dieses Geheimnis der 
Farbe erreichen. Da. Bilder solcher Technik (in Leim- 
f arben) sehr schnell gemalt werden müssen, so erklärt 
sich denn auch bei Correggio sehr leicht eine einfache Art 
der Modellierung. Das tiefe intensive Schwarz, das er auf 
die Bettstatt gestrichen, kann man in Oelfarben gar nicht 
erreichen. Nachher natürlich hätte das Bild noch einen 
Firnis erhalten, der diese Technik für Laien weniger 
erkennbar gemacht habe. Er, Böcklin, jedoch, der sich 
jahre lang mit Versuchen in dieser Technik abgemüht 
habe, kenne ihre Eigentümlichkeiten und getraue sich, 
sie selbst unter jenem Firnis überall wiederzuerkennen. 
Andere Bilder, die Böcklin auch als in Tempera. 
begonnen und 'mit Oelfirnis überzogen ansieht. sind: 
Tizians himmlische und irdische Liebe und der predigendc 
Johannes der Täufer von Paul Veronese in demselben 
Zimmer (des Palazzo Borghese), Ru b e ns Amazonenschlacht 
und sein grofses Familienbild mit dem Hofnarren in 
München. Correggio habe viel in Fresko gemalt und 
daher auch für Leimmalerei sicherlich die gröfste Fertig- 
keit 
gehabt. 
Morgen wird Böcklin die zweite Freskolandschaft 
beginnen. Er sagt, er hätte bis jetzt noch gar keine 
recht klare Idee über die Farbenstimmung und könnte 
sich nur vorstellen, dafs die hellen Häuser auf dem
        

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