Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457431
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äufserte sich Wieder: wenn man sich ein kleines Stück 
vornimmt, könne man es desto weiter durchführen und 
bis zu schlagender Wahrheit bringen. 
Er malte zuweilen über die älteren Teile des Bildes 
hinüber und hoffte, dafs es sich da, wo er statt Weiss Kalk 
unter die Farbe nehmen konnte, schon dadurch binden 
würde. Wo das nicht geschähe, oder kein Kalk hinein- 
genommen werden könne, wolle er es später durch Ueber- 
streichen von Eigelb fixieren. Die Retouchen mit Eigelb 
zur Farbe verhalten sich wie Farben, die mit Leim versetzt 
sind, und schlagen stumpf ein, so dal's man sie vom Fresko 
nicht unterscheiden kann (ganz wie die Freskofarbe). 
Auch auf andern (Oel- oder Leimfarben-)Bildern schlägt 
die Eigelbfarbe ein, während Eiweifs als ein mattglänzender 
Firnis zuweilen gebraucht wird. Erst heute (nach 8 Tagen) 
trocknet das Fresko des ersten Tages vollkommen auf. 
Böcklin glaubt, dafs der Kalk am zweiten Tage noch dic 
Farbe fixiert. 
Die Bilder der Münchener Residenz, die für 
e n k a u s ti s c h gelten, seien mit Wachs und Kopaiven- 
balsam gemalt (Genelli, Schwind etc.) , aber sämtlich 
vergilbt. 
5. September 68. 
Donnerstag. Das e r s t e F r e s ko (Cypressenlandschaft 
mit der Ruhe auf der Flucht nach Egypten) vollendet. 
Am Abend sprach Böcklin mit Burckhardt viel über 
die Temperamalerei der Meister des Cinquecento und 
des folgenden Jahrhunderts. Böcklin sagte, er sei der
        

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