Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457384
sonders Cassler Erde waren nicht aufgelöst und mufsten 
zerdrückt und noch einmal gerieben werden. Auch Ocker 
(hell) hatte noch zuweilen harte Körnchen. 
Es ist übrigens zu bemerken, dafs fast den ganzen 
ersten Tag hindurch die Farben noch nicht gebunden sind 
und mit Wasser abzuwaschen wären. Das ist manchmal 
beim Malen unbequem; denn man mufs sich beim Darüber- 
malen in Acht nehmen, dafs man mit dem Pinsel nicht 
die untere Farbe auflöst und fortnimnit. Die Verwandlung 
der Farbe geht erst nach etwa 12 Stunden an, also in 
der folgenden Nacht. 
 Böcklin mischte sich nun die Farben zur Luft. Erst 
das Licht (1) aus-weilsem Kalk und Hell-Ocker. (Es sah 
in der Mischung zwar etwas zu gelb aus; doch meinte 
Böcklin, das trockne schon kreidig auf.) Dann einen 
Mittelton für die Dunstwolken aus I und etwas Grau 
und Blau  der noch etwas heller als der Grund war. 
Böcklin sagte, wenn man zu den Mischtönen schon ge- 
mischte und schon angewendete Farben benutzt, so läuft 
man nicht Gefahr, aus der Harmonie zu kommen. Endlich 
mischte Böcklin den blauen Luftton aus 2 und einem 
Zusatz von etwas Smalte und Mineralschwarz  der 
etwas dunkler als die graue Grundfarbe war. Dann be- 
gann er die Luft gmit dem Mittelton, setzte die Lichter 
energisch auf und malte schliefslich die Stellen, wo man 
den blauen Himmel sah. Darauf malte er die Ferne, dann 
das Haus und ganz licht (weifs) das von der darüber- 
stehenden Sonne beschienene glänzende Dach. Endlich 
die Cypressen, so dunkel als möglich (dunkelgraue Erde,
        

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