Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457347
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im Tode zusammengcsunken und geknickt. Das Haupt 
nach vorn schlaff herabhängend; die Hände aber mit steif 
ausgespreizten Fingern, wie es auch naturwahr sein mufs. 
Denn beim Hineinschlagen des Nagels wird sich allerdings 
wohl die Hand krumm und geschlossen ziehen, wie van Dyck 
u. a. gemalt haben; hängt der Körper aber (und besonders 
der tote Körper am Kreuz), so hört die einseitige Muskel- 
Zusammenziehung auf, und die Sehnen der durchbohrt 
hängenden Hand werden auf beiden Seiten gleich stark 
anziehen. Rechtsl im Bilde ist die ohnmächtig zusammen- 
sinkende Maria, die in die Arme des Johannes fällt. Links 
Johannes der Täufer in stolzer Haltung, ernst herausschauend 
und auf den Gekreuzigten zeigend. Unterhalb des Kreuzes 
in höchster Aufregung, schluchzend, die zitternd gefalteten 
Hände zu Christus emporhebend, die knieende Magdalena; 
ihre Hände nicht' in gewöhnlicher Weise gefaltet, sondern 
zitternd, krampfhaft gespreizt, was dem Beschauer als 
höchste Verzweiflung tiefen Eindruck macht. Diesen 
Ausdruck zeigt der Mund, über Stirn und Augen hat der 
Maler aber einen Schleier gedeckt, als liefse sich der 
ungeheure Schmerz garnicht mehr ausdrücken. (Sie ist 
mäfsig in der Farbe, ich glaube graues Kleid und gelber 
[falber] Schleier.) 
August 
Ueber Bereitung von echtem Ultramarin. 
Lapis lazzuli wird gemahlen oder gerieben und dann, 
glaub' ich, mit Wachsseife unter Wasser geknetet; so färbt 
1 Vom Bilde aus gerechnet.  
10'
        

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