Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457319
144 
Wasser einen ganz leichten fein blaugrauen (sehr lichten) 
Anhauch gab. 
Für die zu malenden Fresken [im Sarasinschen 
Gartenhaus] hat Böcklin zwei Kohlezeichnungen gemacht 
(z' breit, 11]; hoch.) Die eine: eine Villa mit Cypressen 
in Mittagssonne. Vorn unter Büschen die heilige Familie, 
der ein Engel eine Schale Wasser bringt: (Flucht nach 
Egypten.) Die andere: ein Felsenstädtchen (wie For- 
mello): Vorn grofse Bäume und Christus und die zwei 
jünger, die nach Emmaus gehen. Vorn rechts ein über- 
rankter Ziehbrunnen. Diese Zeichnungen werden nun in ihren 
Hauptsachen auf Ellenpapier in Originalgröfse übertragen 
und dann auf die Mauer gepaust und vielleicht mit Kohle 
nachgezeichnet. Hiernach vvirdman dann beurteilen können, 
ob die kleine Zeichnung sich auch im Grofsen und zu den 
umgebenden Gegenständen gut macht. Dann gedenkt 
Böcklin jedes Bild, je nachdem es die Konturen der 
Gegenstände darin zulassen, in etwa vier Teile abzuteilen, 
von denen ein jeder die Arbeit eines Tages bilden soll. 
Der erste Grund ist jetzt sehr rauh und porös auf die 
Mauer getragen, darauf kommt der etwa 1], oder ßjs Zoll 
starke Kalkbewurf für die Malerei. Für diesen Bewurf 
hat Böcklin im Keller verschiedene Proben angestellt und 
dabei zu dem mit viel Sand versetzten Kalk reichlich 
schwarze Farbe mischen lassen, was aber dennoch ziemlich 
weifs auftrocknete. Indem er dem Grund so einen matt- 
grauen Ton geben liefs, ersparte er sich viel Arbeit, denn 
anstatt die Luft in gemischten blauen Tönen zu malen, 
was bei dem grofsen Umfang der Bilder sehr schwer ist,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.