Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1457237
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grünen, langen Streifen an, den er mit grofser Energie 
quer durch das Bild geführt hat. 
Durch diese Malweise hat das Bild trotz der positiven 
Dunkelheit der Farben ein so bewunderungswürdiges Licht, 
Welches heller gemalte Bilder totmacht.  Bei den späteren 
Malern: Caravaggio, Ribera, Caracci und anderen 
ginge diese Malweise ganz verloren. Daher die Verschieden- 
heit und Mannigfaltigkeit des Tons, der diese älteren 
Bilder der guten Zeit auszeichne. 
Unsere Farben sind so himmelweit verschieden von 
Licht und Farbe der Gegenstände der Natur und so dürftig 
gegen die Erscheinung dieser letzteren, dafs Wir von 
vorn herein aufeine direkte Nachahmung verzichten müssen 
und nur daran denken können, im Bilde die Beziehungen 
der Lichter, Schatten und Farben zu einander in sehr ge- 
mäfsigter Weise wiederzugeben. In komplizierten Bildern 
wird man den Grund nicht immer bewahren können, aber 
auch da gilt die Regel, aus gemäfsigten, neutralen Tönen 
in Licht und Farbe vorzuschreiten. 
Wenn z. B. im Bilde eine Figur dunkel auf hell, die 
andere umgekehrt steht (wie meine Leonoren), so wird 
vielleicht der Teint der Figuren (die in gleicher Beleuchtung 
stehen) die Farbe sein, nach der man die Farben von 
Hintergrund und Umgebung balanciert. 
August 
66  
Bei meiner Leonorenskizze sollte ich darauf achten, 
ich sie nicht durch Vielfarbigkeit süfs mache. So 
z. B. rote Fingerspitzen, Knöchel, Wangen etc. von 
dafs 
sind
        

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